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Willkommen bei genderdiedas

Warum ich gegen die Gendersprache bin

Veröffentlicht am 12. 12. 2021, aktualisiert am 7. 4. 2022.

Liebe Besucher dieser Seiten,

das neudeutsche Wort „gendern“ ist mittlerweile in aller Munde, wie es scheint. Zumindest wenn man Sendungen des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks zuhört oder zuschaut, drĂ€ngt sich dieser Eindruck auf. Dass die Verbreitung des „Genderns“ in der Mehrheit der Bevölkerung jedoch wesentlich geringer ist, zeigen jĂŒngere Umfragen. Aber sehr viele im deutschen Sprachraum „gendern“ durchaus. Doch was ist Gender ĂŒberhaupt? Ich möchte Sie auf den folgenden Seiten einladen, „Gendern“ als Sprache, also die „Gender-Sprache“, mit mir unter die Lupe zu nehmen.

Gender ist natĂŒrlich mehr als Gender-Sprache. Gender kommt aus dem Englischen und bedeutet dort Geschlecht, und zwar das „soziale, gelebte und gefĂŒhlte Geschlecht, im Unterschied zu „sex“, dem bei Geburt aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesenen Geschlecht.“ (zitiert aus genderdings.de). Dass mir dabei das Geschlecht angeblich „zugewiesen“ sein soll, lĂ€sst mich als Biologe doch verwundert aufhorchen, mein biologisches Geschlecht stand jedenfalls schon fest, als ich noch eine Zygote (befruchtete Eizelle) war.

Im Gegensatz dazu glauben ja viele Soziologen, Sexologen, Philosophen und Erziehungswissenschaftler in Sachen Geschlechtsentwicklung kompetenter zu sein als Biologen. Sie berufen sich u.a. auf den Gender-Pabst John Money, der die These vertrat, „dass es keinerlei wesensmĂ€ĂŸige Unterschiede zwischen Jungen und MĂ€dchen gĂ€be und MĂ€nnlichkeit und Weiblichkeit nur erlernte Geschlechtsrollen seien“ sowie auf die Gender-Philosophin Judith Butler, die u.a. sinngemĂ€ĂŸ die These aufgestellt hat: „Geschlechtsnormen wirken, indem sie die Verkörperung bestimmter Ideale von Weiblichkeit und MĂ€nnlichkeit verlangen [
] indem ein ‚Zum-MĂ€dchen-Werden‘ erzwungen wird“ (H. Bublitz). Anders ausgedrĂŒckt: Durch die Aussage der Hebamme: „Es ist ein MĂ€dchen!“ wird das Neugeborene der Norm „MĂ€dchen/Frau“ unterworfen, die es dann zu einem MĂ€dchen und einer spĂ€teren Frau werden lĂ€sst. Wenn die genetische Ausstattung demzufolge keine Rolle zu spielen scheint, entfiele folglich auch die Daseinsberechtigung einer geschlechtsspezifischen Medizin (Gendermedizin).

Andere, wie z.B. der Diplombiologe und jetzige Sexualwissenschaftler Heinz-JĂŒrgen Voß sagt: „Biologisches Geschlecht ist gemacht – und das in vielfĂ€ltigen Ausformungen“. Und an anderer Stelle heißt es: „Heinz-JĂŒrgen Voß (Dr. phil., Dipl. Biol.) forscht zur gesellschaftlichen Herstellung biologischen Geschlechts sowie mit den weiteren Schwerpunkten Queer theory und Queer politics. Seit etwa 1998 ist Heinzi in wechselnden antirassistischen, antifaschistischen, seit 2000 auch in queer-feministischen ZusammenhĂ€ngen politisch aktiv. […]“ (Stand: 15.01.2022)

Sowohl die Thesen namhafter Gendertheorie-BegrĂŒnder als auch die einzelner Diplombiologen werden von der ĂŒberwĂ€ltigenden Mehrheit der auf diesem Gebiet forschenden Naturwissenschaftler nicht ernstgenommen, da sie den Erkenntnissen der Entwicklungs- und Evolutions-Biologie fundamental widersprechen, weshalb diese naturwissenschaftlichen Disziplinen bei den nicht-naturwissenschaftlichen Gender-Forschern auch unter Ideologieverdacht stehen, die aber ihrerseits selbstverstĂ€ndlich „völlig frei von Ideologie“ sind.

Doch ich will mich nicht bei der Gender-Theorie aufhalten, dazu gibt es unzĂ€hlige Publikationen in nahezu allen Medien. Ich möchte mich hier ausschließlich auf das sogenannte Sprach-Gendern beschrĂ€nken, wie es der Titel dieser Seite bereits erwarten lĂ€sst. Wenn ich also von „Gendern“ spreche, ist immer „Sprach-Gendern“ gemeint. Ich Ă€ußere mich hier nur aus einem Grund: Mir liegt der Schutz der deutschen Sprache am Herzen, mit all ihrer Ausdruckskraft, Klarheit und Schönheit.

Ich möchte alle ansprechen, auch die BefĂŒrworter der Gender-Sprache, wohl wissend, dass sie sich wahrscheinlich von meinen Argumenten nicht ĂŒberzeugen lassen werden. Vor allem geht es mir jedoch um diejenigen, die diesem Thema einen eher geringen Stellenwert beimessen und die Gender-Sprache gelegentlich oder eher beilĂ€ufig gebrauchen. Diese möchte ich dazu anregen, darĂŒber ein wenig zu reflektieren und sich ihres Handelns bewusst zu werden. Wo ich das Deutsche betreffend aktuell gefĂ€hrliche Tendenzen bis hin zu hanebĂŒchenen Verrenkungen sehe, das möchte ich auf den folgenden Seiten darlegen.

Ich bin ein Mann, fĂŒhle mich auch so und bin froh darĂŒber. Wenn man aber gegen das Gendern argumentiert, dann ist man besser eine Frau. Dann erst kann man mitreden, so von Frau zu Frau. MĂ€nner verstehen das sowieso nicht. Sie wissen es ja nicht besser. Genau von diesem Klischee möchte ich wegkommen. Ich hoffe daher, dass Sie, verehrte Leserin, den Gedanken an mein Geschlecht beiseite legen und sich meinen Argumenten widmen. Als gebildete und aufgeklĂ€rte Frau dĂŒrfte Ihnen das nicht schwer fallen.

Nun bin ich kein Sprachwissenschaftler oder Germanist oder sonstwie literarisch tĂ€tig, sondern, wie oben erwĂ€hnt, Naturwissenschaftler. Man möge mir bitte daher kleinere oder grĂ¶ĂŸere Fehler, seien sie grammatikalischer oder sprachwissenschaftlicher Art auf nachfolgenden Seiten verzeihen. Umso mehr wĂŒrde ich mich freuen, wenn Sie mir wohlwollend und auch kritisch auf meiner Reise auf dem, wie ich finde, Gendersprach-Holzweg folgen wĂŒrden.

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