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Gender vor Deutsch?

Weibliche Bürger?

Veröffentlicht am 12. 12. 2021, aktualisiert am 17. 3. 2022.

Gibt es weibliche Bürger? Oder weibliche Schüler? Oder weibliche Lehrer?

Was für eine dumme Frage, werden Sie möglicherweise denken. Aber Vorsicht, so einfach ist die Sache nicht. Sind Sie ein Freund des generischen Maskulinums, haben Sie es bei der Beantwortung der Frage leicht. Drei mal ja, lautet Ihre Antwort, was denn sonst?

Sind Sie jedoch keine Freundin des generischen Maskulinums, dann liegen die Dinge anders. Denn für Sie gibt es ja nur die Bürgerinnen und Bürger, vielleicht auch die Bürger*innen, oder Bürger_innen. Entsprechendes gilt für Schülerinnen und Schüler oder Lehrerinnen und Lehrer. Auf jeden Fall gibt es Bürger, Schüler und Lehrer, die eines gemeinsam haben: sie sind biologisch männlich, zumindest wenn Sie es ernst mit dem Gendern meinen und diese „gute Sache“ konsequent betreiben, was Sie auch tun sollten, wenn Sie vom Gendern überzeugt sind.

Für Sie, verehrte Gender-Freundin, lautet die Antwort auf eingangs gestellte Frage daher: Drei mal nein, was denn sonst? Denn weibliche männliche Menschen? Doch eher selten, oder?

Für Sie gibt es konsequenterweise auch keine männlichen Bürger, denn für Sie sind die Bürger ja sowieso männlich, oder etwa nicht?

„Weibliche Bürgerinnen“ sind jedoch auch keine Lösung, es sei denn, Sie befürworten das generische Femininum oder einen Pleonasmus.

Also gibt es für Sie nur weibliche und männliche Menschen oder Personen, Individuen, Lebewesen oder andere Oberbegriffe für binäre Geschlechterwesen. Der Rest sind Freundinnen, Ärztinnen, Pflegerinnen, Virologinnen, Steuerzahlerinnen usw. auf der einen Seite und Freunde, Ärzte, Pfleger, Virologen, Steuerzahler usw. auf der anderen. Die Adjektive männlich und weiblich gehören hier einfach nicht hin, sie sind überflüssig, sonst gäbe es, im Falle des Huhns, auch „männliche Hähne“ und „weibliche Hennen“ und es würde ein Pleonasmus vorliegen.

Und ganz nebenbei, aber nicht ganz unwichtig, teilen Sie die Menschen in zwei Gruppen ein, die, deren Wort meist auf „-er“ endet und die mit der Endung „-innen“, Frauen und Männer, oder umgekehrt, ganz wie Sie wollen. Schöne neue Welt.

Sollten Sie als Genderbefürworter, Sie würden möglicherweise darauf bestehen, als Genderbefürworterin angesprochen zu werden, das Gendern eher lax handhaben, also nur sporadisch und nicht bei jeder Gelegenheit eine Geschlechter-Beidnennung oder Ähnliches in Ihren Satz einbauen, dann sage ich Ihnen Folgendes:

Seien Sie bitte konsequent und „sprachgendern“ Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit, damit auch dem Letzten nicht entgehen möge, dass sich unter all den denkbaren Gruppen von Menschen tatsächlich sowohl Männer als auch Frauen befinden. Denn je häufiger Sie auf diesen Umstand hinweisen, desto schneller erreichen Sie die Gleichberechtigung der Geschlechter! Das „Sprachgendern“ bietet Ihnen diese fantastische Möglichkeit, also worauf warten Sie noch? (Ironie-Ende)

Sollten Sie sich jedoch dazu eher zögerlich verhalten, dann liegt das vielleicht daran, dass Sie glauben, dass Konsequenz in Sachen Gendern der „guten Sache“ eher schaden könnte, da die fehlende Praxistauglichkeit und der Verlust an Sprachökonomie dabei offen zutage treten würden.

Da würde ich Ihnen Recht geben.

Ein amüsantes Beispiel konsequenter Gender-Sprache finden Sie übrigens hier.

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